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Kaufen

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Berlin, jetzt neu mit Sommerpause

Um Paris als Tourist einmal ganz für sich zu haben, empfiehlt sich eine Anreise im August. Zwar ist man dann nicht alleine in der großen Stadt. Alle anderen Touristen sind auch da, in Massen. Aber die Pariser mit den bezaubernden Cafés und kleinen Boutiquen haben hübsche Kärtchen mit „Ferien“ und „Wir sehen uns im September“ ins Fenster gestellt und sich davongestohlen. Sie alle machen zur gleichen Zeit Urlaub, und das ziemlich lang.

Den hungrigen Touris bleiben damit nur die großen Ketten, die solche Sperenzchen ignorieren, wenn sie sich vom Selfie-Exzess am Eiffelturm und der lange Schlange vor Notre-Dame erholen wollen. Das musste ich im vergangenen Jahr selbst erfahren, als ich – zweiter Vorname „Wie bitte, alle machen zu?! Das kann nur ein urbaner Mythos sein!“ – im August nach Paris reiste und dann statt der geplanten Qualitätskontrolle in meinen französischen Lieblingsvokabeln „Boulangerie“ und „Patisserie“ auf Paul, Pret A Manger und Konsorten zurückgreifen musste.

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Kaufen, Miteinander

Verödung der Innenstädte: Hält nur der Kaufrausch eine Stadt lebendig?

Ernsting’s Family ist die letzte Hoffnung für deutsche Stadtzentren. Und Zara, Rossmann und Apollo Optik auch. Dieser Eindruck bleibt zumindest bei mir zurück nach der Lektüre zu vieler Texte über ein Phänomen, das Experten „Verödung der Innenstädte“ nennen.

Der Begriff klingt dramatisch, nach von verendeten Kuhkadavern gesäumten Straßen, über die der Wind vergessene Plastetüten treibt. Dabei beschreibt er nur, dass Geschäfte schließen, weil wir alle lieber im Netz bestellen*. Selbst bei Hardcore-Shoppern ist die Anzahl der Dreiviertel-Leggings in Glitzer beschränkt, für die sich im Kleiderschrank Platz findet. Seit geraumer Zeit liefert diese Zalando, was den Weg in die Fußgänerzone erspart, wo sich wiederum Unternehmen ihre Filialen sparen – und Zack! Schon sind deutsche Zentren Geisterstädte, durch die lediglich marodierende Banden sich noch zu ziehen trauen.

Schlecht.

Doch zum Glück gibt es auch dagegen etwas von besagten schlauen Experten™, zum Beispiel – nur ein Beispiel – eine schöne Konstruktion namens BID oder Business Improvement District (über die ich, Eigenwerbeblock, unlängst in der FAS ausführlicher schrieb).

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Entwickeln, Kaufen, Mieten, Wohnen

Das Kreuz des Königs

In King’s Cross ist alles umsonst. Man möchte die Ausstellung im Besucherzentrum ansehen? Spontan an der Führung teilnehmen? Ein paar der hübschen Postkarten mitnehmen? Gleich zwei der dicken Hochglanzbroschüren? Alles kein Problem! Geld spielt hier keine Rolle! Zumindest, wenn es darum geht, interessierte Besucher von der Großartigkeit dieses Projektes zu überzeugen, das in seiner Dimension sogar für das gerade massiv wachsende London einmalig ist.

Über 150 Jahre ist es her, dass am damaligen nördlichen Stadtrand im Zuge der Industrialisierung zwei Bahnhöfe entstanden: St. Pancras und King’s Cross – eine Statue König George des IV., die eine Zeitlang an einer örtlichen Straßenkreuzung stand, gab dem gesamten Areal seinen Namen. (Einen Stadtplan aus der Zeit findet man hier.)

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