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Entwickeln, Wohnen

Es ist noch Platz für neue Wohnungen da

Was tun, wenn immer mehr Menschen in Städte ziehen und die Mieten darüber ins Unendliche steigen? Neue Wohnungen bauen! Doch wo soll man die noch unterbringen, nachdem die letzte Baulücke geschlossen wurde und keine Fabrik mehr in Lofts umgewandelt werden kann?

Fünf findige Beispiele aus Berlin. 

 

(1) Supermarktdächer

Wo Menschen wohnen, darf das Essen nicht weit sein. Seit das Jagen und Sammeln in Städten eingestellt wurde, ist dafür ein Besuch im Supermarkt vonnöten. Leider hat es sich in der Vergangenheit durchgesetzt, dass diese als unschöne Einstockbunker daherkommen. An der Bornholmer Straße in Berlin Prenzlauer Berg fanden die Lokalpolitiker das eine Platzverschwendung und koppelten die Baugenehmigung für einen neu zu bauenden Lidl an die Auflage, dass auf dessen Dach Wohnraum entsteht. Das Ergebnis ist im Bild oben zu bewundern.

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Entwickeln, Fahren

Warum nachts U-Bahn zu fahren die Wirtschaft fördert

Nachtbus. Das Wort klingt nach halbstündigen Wartezeiten bei 18 Grad minus. Nach dem ungewollten Nebeneinander von Menschen, die schon, und Menschen, die immer noch wach sind. Nach Übermüdeten, die an Scheiben schlafen, denn diese Reise dauert länger, als jede Reise dauern sollte.

Nur nach etwas klingt es nicht: nach Metropole, nach aufregendem Nachtleben und Moderne. In New York, Berlin und Sydney hat man das längst verstanden. Nun plant auch London, es diesen Städten gleichzutun und am Wochenende die Tube durchfahren zu lassen. Bislang macht diese zwischen 0.30 und 6 Uhr Pause. Am Freitag- und Samstagabend sollen nun bald auf fünf Linien im Zehnminutentakt die Züge rollen (um welche es sich handelt, steht im Night-Tube-Plan). Eine Ausweitung auf weitere Strecken und die London Overground ist denkbar.

Für Londons Nachtschwärmer ist das eine gute Nachricht. Wenn sie in Zukunft weit nach Mitternacht vor die Pubtür stolpern, werden sie weder Nachtbus noch Taxi noch Uber für die Fahrt nach Hause bemühen müssen. Doch es ist nicht etwa dieser Serviceaspekt, der die Verkehrsgesellschaft Transport for London (TFL) sich für die Night Tube entscheiden ließ. Vielmehr will sie die Wirtschaft stärken.

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Entwickeln, Fahren

Mehr Platz, mehr Sicherheit

Manchmal kostet mehr Verkehrssicherheit nur ein paar Liter Farbe und ein wenig Mut. Als Beispiel dafür steht seit ein paar Wochen der Moritzplatz – ein großer Kreisverkehr mit vier Ausfahrten im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Zwischen 2012 und 2014 kam es dort zu fast 160 Unfällen. An jedem zweiten war ein Fahrradfahrer beteiligt. Dabei machen diese nur 20 Prozent der Verkehrsteilnehmer aus, die den Platz täglich passieren.

Radfahren im Kreisverkehr ist nicht nur in Kreuzberg eine unangenehme Sache – vor allem, wenn dieser zweispurig befahren wird. Rechts halten? Mittig fahren? Und wer hat eigentlich Vorfahrt? Wer ein wenig im Netz stöbert, findet Anleitungen und rege Debatten, was nun die richtige Taktik für die Querung im Kreis sein soll. Als Hauptproblem zeigt sich dabei, dass der Straßenraum derzeit den Autos gehört und die Radfahrer dort wie geduldete Gäste agieren. Doch das muss nicht so bleiben, wie der Moritzplatz zeigt.

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Urban No. 5

Na, wie riecht’s? Nach Auspuffgasen? Hundescheiße? Kloake? Oder doch nach gemähtem Rasen?Frisch gebackenem Brot? Kaffee?

Wenn wir ehrlich sind, erwarten wir vom Geruch einer Stadt nicht viel. Meist ist man schon froh, wenn es nicht zu sehr stinkt. Doch damit tut man den Städten nicht nur Unrecht, sondern man vergibt auch eine große Chance, meint eine Forschergruppe aus den USA und Großbritannien.

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Entwickeln, Miteinander

Nachts schlafen die Städte nicht

Am Brüsseler Platz ist es am schönsten, wenn man woanders wohnt. Dann kann man dort im Sommer draußen sitzen, günstiges Bier aus dem Supermarkt trinken und sich darüber freuen, dass man in Köln auch einen netten Abend verbringen kann, ohne dafür Eintritt oder astronomische Cocktailpreise zu bezahlen.

Für Anwohner sieht das ein bisschen anders aus. Erst können diese vor lauter Lärm nicht schlafen, später müssen sie sich auf dem Weg zur Arbeit durch eine fiese Mischung aus Glasscherben, Burgerresten und Urin schlagen.

Wir haben ein Recht auf Ruhe, meinen die Einen. Wir haben ein Recht auf öffentlichen Raum, meinen die Anderen. Um die Lage zu beruhigen, hat die Politik viel Geld in ein Mediationsverfahren gesteckt, ein Alkoholverbot diskutiert und die Straßenlaternen früher abgeschaltet, um eine Aufbruchsstimmung zu verbreiten. Ein Platz im unbewohnten Grüngürtel in der Nähe wurde als alternativer Treffpunkt angepriesen, während das Stadtmarketing durch Verschweigen des Brüsseler Platzes wenigstens die Touristen fernzuhalten versuchte. Doch gefruchtet hat keiner dieser Ansätze. Das ist typisch.

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Entwickeln, Miteinander

Ist das meins? Berlin und seine Liegenschaften

“Niemand hat einen Überblick, wem was gehört.”

“Bitte, was?!” möchte man aufspringend rufen, als Margaretha Sudhof (SPD), Staatssekretärin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen diesen Satz zum Ende der vergangenen Woche in den Raum des Tschechischen Zentrums stellt.

Es ist der Eröffnungstag des Make-City-Festivals “für Architektur und Andersmachen”, wie es die Veranstalter nennen. Bis Ende Juni wird sich in unzähligen Veranstaltungen damit auseinandergesetzt, was wir jetzt machen mit der wachsenden Stadt mit wenig Geld und großen Erwartungen. An diesem Abend soll es um die Berliner Liegenschaftspolitik gehen und damit um die Frage, was das Land mit seinen eigenen Grundstücken und Immobilien anfangen soll, jetzt, da der Verkauf an den Meistbietenden nicht mehr als Maß alles Dinge gilt.

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Entwickeln, Kaufen, Mieten, Wohnen

Das Kreuz des Königs

In King’s Cross ist alles umsonst. Man möchte die Ausstellung im Besucherzentrum ansehen? Spontan an der Führung teilnehmen? Ein paar der hübschen Postkarten mitnehmen? Gleich zwei der dicken Hochglanzbroschüren? Alles kein Problem! Geld spielt hier keine Rolle! Zumindest, wenn es darum geht, interessierte Besucher von der Großartigkeit dieses Projektes zu überzeugen, das in seiner Dimension sogar für das gerade massiv wachsende London einmalig ist.

Über 150 Jahre ist es her, dass am damaligen nördlichen Stadtrand im Zuge der Industrialisierung zwei Bahnhöfe entstanden: St. Pancras und King’s Cross – eine Statue König George des IV., die eine Zeitlang an einer örtlichen Straßenkreuzung stand, gab dem gesamten Areal seinen Namen. (Einen Stadtplan aus der Zeit findet man hier.)

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Bewahren, Entwickeln

Unser Fluss soll sauberer werden

Mitten auf dem Neckar steht ein Skatepark. Skateboarder machen dort, was Skatboarder so machen müssen – gewagte Sprünge -, während die künstliche Insel unter ihren Rollen den Fluss vor Verschmutzung durch Kloake bewahrt.

Es klingt wahrlich nach einer abenteuerlichen Kombination, die im vergangenen Semester am Institut für Baukonstruktion der Universität Stuttgart erdacht wurde. Zwar handelt es sich bei dem studentischen Projekt nur um Entwürfe. Die Probleme, die damit angegangen werden sollen, sind jedoch real.

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