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Wo London Menschen hasst

In Stratford, einem vergessenen Industriebrachen-Garnichtmalsoreichen-Viertel weit im Osten Londons, war ich das erste Mal 2013. Ein Jahr zuvor waren dort die Olympischen Spiele eingefallen, und die geführte Tour über das Gelände, die im Jahr danach noch angeboten wurde, war eine kleine bis mittelgroße Werbeveranstaltung für die “Legacy”, die die Spiele dem vergessenen Stadtteil überhelfen sollte. Was ich hier als Anglizismus nur wiederhole, weil “Legacy” das zentrale Substantiv jedes zweiten Satzes darstellte.

Günstige Wohnungen sollten entstehen, ein schöner Park, Platz für Familien und Sportler und Freizeit-Haber, und natürlich sollten auch die schon da Wohnenden von den neuen Grün- und Einkaufsmöglichkeiten profitieren und überhaupt – LEGACY! Die Zukunft von Statford als Vermächtnis für die Ewigkeit.

Tja.

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Bewahren, Entwickeln, Miteinander

Fünf Zeichen, dass eine Stadt jetzt mal genug vom Tourismus hat

Ich war in Prag. Und Amsterdam. Und Dubrovnik. Und vor meiner Berliner Haustür, und alles, was ich Euch mitgebracht habe, ist dieser lausige Post.

Es ist nämlich so: Entgegen aller politischen Tendenzen schotten sich die Nationen in Europa nicht verstärkt voneinander ab, sondern sie besuchen sich, permanent. In Berlin ist die Zahl der Touristen pro Jahr von 7 Millionen 2006 auf fast 13 Millionen gestiegen. In Amsterdam ging es von 11 Millionen im Jahr 2005 auf über 18 Millionen hoch, und in Prag waren zuletzt 7,6 Millionen Besucher. 2012 waren es noch 5,7.

Das hinterlässt Spuren, und nein, nicht nur auf dem Wohnungsmarkt, wo eh schon knappe Mietwohnungen zu AirBnB-Apartments werden. Es macht auch etwas mit den Stadtteilen, in denen sich die Touristen gegenseitig die Selfie-Sticks in die Rippen stoßen. In meiner messerscharf beobachtenden Art habe ich fünf untrügliche Anzeichen dafür zusammengetragen, dass eine Stadt in Sachen Tourismus über den Hai gesprungen ist, um ein Serienzeitalter-affines Bild zu nutzen. Folgende:

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Bewahren, Entwickeln

Gleise zu Parklandschaften

Kennste, kennste? Na klar kennste die New Yorker High Line. Denn der Park auf einer stillgelegten Hochbahntrasse im Westen Manhattans ist mittlerweile so bekannt, dass sich die Anwohner, für die Mitte der Nullerjahre das zusätzliche Grün vor der Tür angelegt wurde, dieses längst mit Touristenmassen teilen müssen.

Doch Überraschung! Die New Yorker waren gar nicht die ersten, die auf die Idee mit dem zweiten Leben von Bahngleisen als Park gekommen sind. Sie waren nur diejenigen, die das Ergebnis fast ein bisschen zu gut zu vermarkten wussten. Denn in Folge des großen Erfolges sind rund um die High Line die Mieten explodiert und die neuen Anwohner brauchen keinen Park vor der Tür. Für ihre Auszeiten nehmen sie den Privatjet auf die eigene Südseeinsel.

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Entwickeln, Miteinander

Stadt-nach-acht-Konferenz: Nachtbar, Nachbar und der Segen eines fehlenden Kreuzfahrt-Hafens

Der Mann mit dem unübersehbaren Zylinder saß natürlich in der ersten Reihe. Das Programm war bis zur Mittagspause nur als Mundpropaganda verfügbar. Und die Moderatoren begrüßten die Besucher schon morgens mit “Schönen Abend”, was aber gut mit der Abwesenheit von Tageslicht in den schwarz gestrichenen Räumen korrespondierte.

Nein, eine der üblichen Konferenzen war die “Stadt nach acht” nicht, die in der vergangenen Woche in den zwei Berliner Clubs “Musik und Frieden” und “Watergate” gastierte. Aber es ging ja auch ums Nachtleben und die Herausforderungen, die dieses beispielsweise für die Stadtentwicklung mit sich bringt, und das ist halt etwas anderes als der Branchentreff Versicherungsvertreter mit der Podiumsdiskussion “Quo vadis Feuer, Wasser, Sturm?”

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Stockholm Royal Seaport: Vom Industriehafen zum Öko-Wohngebiet

Ausfallstraßen, die in Ausfallstraßen münden, über die Ausfallstraßen führen. Ein maximal gut verstecktes Neubauviertel. Und eine Baustelle niedlichen Ausmaßes. So hatte ich mir eines der größten städtischen Entwicklungsprojekte Europas eigentlich nicht vorgestellt. Aber die Stockholmer habe ja noch 14 Jahre Zeit, bis ihr Royal Seaport, überall gefeiert als das Modell für nachhaltige Stadtentwicklung, fertiggestellt sein soll.

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Entwickeln, Pflanzen

Warum sich mit dem Klimawandel auch die Städte ändern müssen

Klimawandel? War das nicht etwas, über das sich die Anwohner von Polkappen und Gletschern Gedanken machen müssen? Oder Menschen auf entfernten, vom steigenden Ozean gefährdeten Inselatollen?

Ähm: Nein. Denn entgegen mancher Großstädtermeinung sind die Städte – ja, auch die in den gemäßigten Breiten – nicht von der Natur abgekoppelt. Auch in Berlin, Hamburg oder München bekommen wir die Folgen des Klimawandels zu spüren. Nur halt nicht in Form von bröckelnden Gletschern, sondern so:

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Entwickeln, Miteinander

Für mehr Bürgerbeteiligung bitte hier klicken

Na, heute schon die Zähne geputzt? Gemüse gegessen? Bürgerbeteiligt?

Wenn es nach den Machern der Online-Plattform Civocracy geht, sollen wir Letzteres bald mit der gleichen Selbstverständlichkeit bejahen wie die Frage nach der Mundhygiene und der Vitaminzufuhr. Denn so wie ein gesunder Körper darauf angewiesen ist, dass man ihn hegt und pflegt, braucht auch eine gesunde Demokratie etwas mehr Aufmerksamkeit als nur alle paar Jahre zur Wahl.

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Entwickeln, Fahren

Warum Londons Super-Fahrrad-Autobahnen bislang nicht so super sind

Radwege? Pfff! Andere Städte mögen sich mit so etwas zufrieden geben. Doch in London machen es die Radler nicht unter einem Cycling Superhighway. Als Metropole von Welt hat man schließlich einen Ruf zu verteidigen.

Vor über einem Jahr wurde an dieser Stelle schon einmal über das Londoner Großprojekt berichtet, das die Stadt mit bis zu zwölf Radel-Superautobahnen in Form von extra abgetrennten Fahrbahnen durchziehen soll.

Die gute Nachricht: Die ersten Strecken sind mittlerweile fertig, und bei Twitter stapeln sich Fotos wie dieses:

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Warum München Parks auf Parkhäusern und Schlittenberge im Freibad braucht

Für die einen ist es eine günstige Alternative zum Fitnessstudio. Für die anderen die innovative Lösung für das Platzproblem einer Stadt, in der immer mehr Menschen wohnen wollen: Sport unter der Bahnunterführung (s. oben). Wetterfest. Öffentlich zugänglich. Und als Fläche bislang völlig unterschätzt.

Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Gruppe Architekten, die im Auftrag des Münchner Referats für Stadtplanung und Bauordnung untersucht hat, wo es in der Stadt noch freie Flächen zu erschließen gibt. Diese sollen einmal nicht für dringend benötigte neuen Wohnungen genutzt werden, sondern ausdrücklich nicht bebaut werden. “Freiraum 2030” heißt das Projekt, dessen Ergebnisse als Studie vorliegen und noch bis März als Ausstellung in der Rathausgalerie am Marienplatz zu sehen sind.

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Entwickeln, Wohnen

Zwischen Räumen

Um den Seitenstreifen einer Ausfallstraße als einen guten Ort für den Neubau von Wohnungen ins Auge zu fassen, müssen einem wirklich alle Alternativen ausgegangen sein.

“Erst hat man Industriebrachen umgenutzt. Dann kamen Kasernen, dann Baulücken. Aber irgendwann ist auch das erschöpft.” erklärt Philipp Dechow. Der Architekt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeitet an einem Forschungsprojekt, das dort nach freien Flächen sucht, wo die letzte Brache erschlossen scheint. Was dann noch bleibt, nennen die Experten “Urban Voids”. Sie sind die letzte Hoffnung für eine Stadt, deren Bevölkerung wächst, während sie sich selbst nicht weiter ins Umland ausdehnen soll.

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