Kaufen

Berlin, jetzt neu mit Sommerpause

Um Paris als Tourist einmal ganz für sich zu haben, empfiehlt sich eine Anreise im August. Zwar ist man dann nicht alleine in der großen Stadt. Alle anderen Touristen sind auch da, in Massen. Aber die Pariser mit den bezaubernden Cafés und kleinen Boutiquen haben hübsche Kärtchen mit „Ferien“ und „Wir sehen uns im September“ ins Fenster gestellt und sich davongestohlen. Sie alle machen zur gleichen Zeit Urlaub, und das ziemlich lang.

Den hungrigen Touris bleiben damit nur die großen Ketten, die solche Sperenzchen ignorieren, wenn sie sich vom Selfie-Exzess am Eiffelturm und der lange Schlange vor Notre-Dame erholen wollen. Das musste ich im vergangenen Jahr selbst erfahren, als ich – zweiter Vorname „Wie bitte, alle machen zu?! Das kann nur ein urbaner Mythos sein!“ – im August nach Paris reiste und dann statt der geplanten Qualitätskontrolle in meinen französischen Lieblingsvokabeln „Boulangerie“ und „Patisserie“ auf Paul, Pret A Manger und Konsorten zurückgreifen musste.

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Bewahren, Entwickeln

Gleise zu Parklandschaften

Kennste, kennste? Na klar kennste die New Yorker High Line. Denn der Park auf einer stillgelegten Hochbahntrasse im Westen Manhattans ist mittlerweile so bekannt, dass sich die Anwohner, für die Mitte der Nullerjahre das zusätzliche Grün vor der Tür angelegt wurde, dieses längst mit Touristenmassen teilen müssen.

Doch Überraschung! Die New Yorker waren gar nicht die ersten, die auf die Idee mit dem zweiten Leben von Bahngleisen als Park gekommen sind. Sie waren nur diejenigen, die das Ergebnis fast ein bisschen zu gut zu vermarkten wussten. Denn in Folge des großen Erfolges sind rund um die High Line die Mieten explodiert und die neuen Anwohner brauchen keinen Park vor der Tür. Für ihre Auszeiten nehmen sie den Privatjet auf die eigene Südseeinsel.

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Fahren

Nachtaktive Zebrastreifen

Problem: Es ist dunkel und Autofahrer haben einen Grund mehr, den Zebrastreifen zu übersehen – diesmal im wahrsten Sinne des Wortes.

Lösung:

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Danke, Dubrovnik!

Kaufen, Miteinander

Verödung der Innenstädte: Hält nur der Kaufrausch eine Stadt lebendig?

Ernsting’s Family ist die letzte Hoffnung für deutsche Stadtzentren. Und Zara, Rossmann und Apollo Optik auch. Dieser Eindruck bleibt zumindest bei mir zurück nach der Lektüre zu vieler Texte über ein Phänomen, das Experten „Verödung der Innenstädte“ nennen.

Der Begriff klingt dramatisch, nach von verendeten Kuhkadavern gesäumten Straßen, über die der Wind vergessene Plastetüten treibt. Dabei beschreibt er nur, dass Geschäfte schließen, weil wir alle lieber im Netz bestellen*. Selbst bei Hardcore-Shoppern ist die Anzahl der Dreiviertel-Leggings in Glitzer beschränkt, für die sich im Kleiderschrank Platz findet. Seit geraumer Zeit liefert diese Zalando, was den Weg in die Fußgänerzone erspart, wo sich wiederum Unternehmen ihre Filialen sparen – und Zack! Schon sind deutsche Zentren Geisterstädte, durch die lediglich marodierende Banden sich noch zu ziehen trauen.

Schlecht.

Doch zum Glück gibt es auch dagegen etwas von besagten schlauen Experten™, zum Beispiel – nur ein Beispiel – eine schöne Konstruktion namens BID oder Business Improvement District (über die ich, Eigenwerbeblock, unlängst in der FAS ausführlicher schrieb).

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Fahren, Miteinander

Halb Bus, halb Taxi, halb Rap-Video-Set: Londons neuestes Verkehrsmittel im Test

Vor die Begegnung mit der Zukunft des Nahverkehrs hat London für mich einen Sprint durch den Hyde Park gesetzt. In eineinhalb Stunden will ich am anderen Ende der Stadt meine Freunde im hippen Shoreditch zum Abendbrot treffen. Die Tube hätte mich zwar auch dahin kutschiert, doch warum unter der Erde versauern, wenn man auch etwas mit dem klangvollen Namen Smart Ride testen kann? Allerdings verkehrt der neueste Zugang auf den Straßen Londons bislang nur in einem ausgewählten Teil der Stadt, und die Karte auf meinem Handy zeigt an, dass ich noch ein wenig rennen muss, um endlich im Einzugsgebiet zu landen.

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Entwickeln, Miteinander

Stadt-nach-acht-Konferenz: Nachtbar, Nachbar und der Segen eines fehlenden Kreuzfahrt-Hafens

Der Mann mit dem unübersehbaren Zylinder saß natürlich in der ersten Reihe. Das Programm war bis zur Mittagspause nur als Mundpropaganda verfügbar. Und die Moderatoren begrüßten die Besucher schon morgens mit “Schönen Abend”, was aber gut mit der Abwesenheit von Tageslicht in den schwarz gestrichenen Räumen korrespondierte.

Nein, eine der üblichen Konferenzen war die “Stadt nach acht” nicht, die in der vergangenen Woche in den zwei Berliner Clubs “Musik und Frieden” und “Watergate” gastierte. Aber es ging ja auch ums Nachtleben und die Herausforderungen, die dieses beispielsweise für die Stadtentwicklung mit sich bringt, und das ist halt etwas anderes als der Branchentreff Versicherungsvertreter mit der Podiumsdiskussion “Quo vadis Feuer, Wasser, Sturm?”

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Entwickeln

Stockholm Royal Seaport: Vom Industriehafen zum Öko-Wohngebiet

Ausfallstraßen, die in Ausfallstraßen münden, über die Ausfallstraßen führen. Ein maximal gut verstecktes Neubauviertel. Und eine Baustelle niedlichen Ausmaßes. So hatte ich mir eines der größten städtischen Entwicklungsprojekte Europas eigentlich nicht vorgestellt. Aber die Stockholmer habe ja noch 14 Jahre Zeit, bis ihr Royal Seaport, überall gefeiert als das Modell für nachhaltige Stadtentwicklung, fertiggestellt sein soll.

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Fahren

Berliner Verkehr: Autos sind nicht die Zukunft

In Berlin steht der Untergang des Abendlandes bevor, und das hat einmal nichts mit dem Flughafen, den Bürgerämtern oder dem Lageso zu tun – sondern mit dem Verkehrskonzept der sich gerade zusammensortierenden Rot-Rot-Grünen Koalition. Das meint zumindest Christine Richter von der Berliner Morgenpost.

In einem Kommentar hat sie am Wochenende ihrer Wut Ausdruck verliehen, dass die Politiker planen, den Boulevard Unter den Linden autofrei zu gestalten, viel Geld in Radwege sowie neue Tram-Strecken und Bus-Spuren zu stecken und die weitere Verlängerung der Autobahn A 100 über den Treptower Park hinaus zu begraben. Zudem erwägen sie, grüne Abbiegepfeile für Radfahrer einzuführen, sodass diese nicht mehr zwangsläufig vor roten Ampeln warten müssen, und das Areal innerhalb des S-Bahn-Rings zur Parkzone zu erklären. Für Autofahrer haben die Politiker hingegen nicht viel übrig, womit für Richter die Lage klar ist:

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Entwickeln, Pflanzen

Warum sich mit dem Klimawandel auch die Städte ändern müssen

Klimawandel? War das nicht etwas, über das sich die Anwohner von Polkappen und Gletschern Gedanken machen müssen? Oder Menschen auf entfernten, vom steigenden Ozean gefährdeten Inselatollen?

Ähm: Nein. Denn entgegen mancher Großstädtermeinung sind die Städte – ja, auch die in den gemäßigten Breiten – nicht von der Natur abgekoppelt. Auch in Berlin, Hamburg oder München bekommen wir die Folgen des Klimawandels zu spüren. Nur halt nicht in Form von bröckelnden Gletschern, sondern so:

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