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Verkehr

Entwickeln

Stockholm Royal Seaport: Vom Industriehafen zum Öko-Wohngebiet

Ausfallstraßen, die in Ausfallstraßen münden, über die Ausfallstraßen führen. Ein maximal gut verstecktes Neubauviertel. Und eine Baustelle niedlichen Ausmaßes. So hatte ich mir eines der größten städtischen Entwicklungsprojekte Europas eigentlich nicht vorgestellt. Aber die Stockholmer habe ja noch 14 Jahre Zeit, bis ihr Royal Seaport, überall gefeiert als das Modell für nachhaltige Stadtentwicklung, fertiggestellt sein soll.

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Fahren

Berliner Verkehr: Autos sind nicht die Zukunft

In Berlin steht der Untergang des Abendlandes bevor, und das hat einmal nichts mit dem Flughafen, den Bürgerämtern oder dem Lageso zu tun – sondern mit dem Verkehrskonzept der sich gerade zusammensortierenden Rot-Rot-Grünen Koalition. Das meint zumindest Christine Richter von der Berliner Morgenpost.

In einem Kommentar hat sie am Wochenende ihrer Wut Ausdruck verliehen, dass die Politiker planen, den Boulevard Unter den Linden autofrei zu gestalten, viel Geld in Radwege sowie neue Tram-Strecken und Bus-Spuren zu stecken und die weitere Verlängerung der Autobahn A 100 über den Treptower Park hinaus zu begraben. Zudem erwägen sie, grüne Abbiegepfeile für Radfahrer einzuführen, sodass diese nicht mehr zwangsläufig vor roten Ampeln warten müssen, und das Areal innerhalb des S-Bahn-Rings zur Parkzone zu erklären. Für Autofahrer haben die Politiker hingegen nicht viel übrig, womit für Richter die Lage klar ist:

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Entwickeln, Fahren

Warum Londons Super-Fahrrad-Autobahnen bislang nicht so super sind

Radwege? Pfff! Andere Städte mögen sich mit so etwas zufrieden geben. Doch in London machen es die Radler nicht unter einem Cycling Superhighway. Als Metropole von Welt hat man schließlich einen Ruf zu verteidigen.

Vor über einem Jahr wurde an dieser Stelle schon einmal über das Londoner Großprojekt berichtet, das die Stadt mit bis zu zwölf Radel-Superautobahnen in Form von extra abgetrennten Fahrbahnen durchziehen soll.

Die gute Nachricht: Die ersten Strecken sind mittlerweile fertig, und bei Twitter stapeln sich Fotos wie dieses:

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Fahren, Miteinander

Berlin macht Platz für Fußgänger

Am Wetter kann es schon mal nicht liegen. Schönste Herbstsonne bescheint die frisch aufgestellten Bänke auf dem Teil der Maaßenstraße, der bis vor kurzem noch den Autos vorbehalten war. Hier könnte man sich nun hinsetzen, die Kinder auf den Steinquadern und Plastetieren herumtollen lassen und sich von der Einkaufstour durch den Berliner Stadtteil Schöneberg erholen. Doch das macht niemand. Lediglich ein paar der neuen Fahrradständer sind im Einsatz. Auf dem Bürgersteig flanieren die Fußgänger, auf der verbliebenen Straßenspur passieren Autos und Radler. Nur in der frisch umgenutzten Fläche herrscht gähnende Leere.

Da scheint etwas gehörig schief zu laufen in der Begegnungszone Maaßenstraße – dem neusten Modellprojekt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

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Fahren

Warschaus Mini-Zebras

Ab wie vielen Streifen gilt es eigentlich als Zebra? Ich frage für die oben stehenden Exemplare; in freier Wildbahn in Warschau zu bewundern.

Wenn sich ein Radweg quer über den Bürgersteig zieht, kommen sich Fußgänger und Radler zwangsläufig in die Quere. In der polnischen Hauptstadt bemüht man sich, unbedachtes In-die-Speichen-Laufen mit Mini-Zebrastreifen vorzubeugen. Anzutreffen sind diese überall dort, wo regelmäßig Fußwege die Radspur kreuzen – vor Hauseingängen, Ampeln oder U-Bahn-Ausgängen.

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Entwickeln, Fahren

Warum nachts U-Bahn zu fahren die Wirtschaft fördert

Nachtbus. Das Wort klingt nach halbstündigen Wartezeiten bei 18 Grad minus. Nach dem ungewollten Nebeneinander von Menschen, die schon, und Menschen, die immer noch wach sind. Nach Übermüdeten, die an Scheiben schlafen, denn diese Reise dauert länger, als jede Reise dauern sollte.

Nur nach etwas klingt es nicht: nach Metropole, nach aufregendem Nachtleben und Moderne. In New York, Berlin und Sydney hat man das längst verstanden. Nun plant auch London, es diesen Städten gleichzutun und am Wochenende die Tube durchfahren zu lassen. Bislang macht diese zwischen 0.30 und 6 Uhr Pause. Am Freitag- und Samstagabend sollen nun bald auf fünf Linien im Zehnminutentakt die Züge rollen (um welche es sich handelt, steht im Night-Tube-Plan). Eine Ausweitung auf weitere Strecken und die London Overground ist denkbar.

Für Londons Nachtschwärmer ist das eine gute Nachricht. Wenn sie in Zukunft weit nach Mitternacht vor die Pubtür stolpern, werden sie weder Nachtbus noch Taxi noch Uber für die Fahrt nach Hause bemühen müssen. Doch es ist nicht etwa dieser Serviceaspekt, der die Verkehrsgesellschaft Transport for London (TFL) sich für die Night Tube entscheiden ließ. Vielmehr will sie die Wirtschaft stärken.

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Fahren, Vergangen

Die Erfindung des Stadtverkehrs

Wien 1814. Dort, wo heute die berühmte Ringstraße verläuft, befindet sich die Stadtmauer. Innen liegt das Zentrum mit Hofburg und Stephansdom, draußen die Vorstadt. Statt den heutigen 1,7 Millionen zählt die Stadt gerade einmal 250.000 Einwohner und ist damit hinter London und Paris doch die drittgrößte Europas.

Zwei Mal hat Napoleon sie in den vergangenen Jahren eingenommen, bevor der Siegeszug seiner Truppen 1813 bei Leipzig endete. Ein Jahr später tagen in Wien die europäischen Machthaber, um das politische Gefüge des Kontinents neu zu ordnen. Restauration lautet das Wort, an das man sich in diesem Zusammenhang aus dem Geschichtsunterricht erinnert. Doch Wien war damals nicht nur der Ort, an dem Fürsten und Kaiser sich noch einmal ihrer Macht versicherten. Erstmals musste eine Stadt angesichts der Vielzahl von Besuchern erleben, was Verkehrschaos bedeutet, und lernen, wie man es bändigt.

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