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Nachtökonomie

Miteinander

Sie betreten nun ein Anwohnerschutzgebiet

Indem Touristen das finden, nach dem sie suchen, zerstören sie es. Diese einst von Hans Magnus Enzensberger in die Welt gesetzte Weisheit hat mit der Zeit dazu geführt, dass dem Massentourismus auf Südseeinseln und im Hochgebirge ein sanfter Tourismus zur Seite gestellt wurde. In Großstädten wurde das bislang nicht für nötig erachtet. Doch manche Berliner sehen da nun Nachholbedarf.

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Entwickeln, Fahren

Warum nachts U-Bahn zu fahren die Wirtschaft fördert

Nachtbus. Das Wort klingt nach halbstündigen Wartezeiten bei 18 Grad minus. Nach dem ungewollten Nebeneinander von Menschen, die schon, und Menschen, die immer noch wach sind. Nach Übermüdeten, die an Scheiben schlafen, denn diese Reise dauert länger, als jede Reise dauern sollte.

Nur nach etwas klingt es nicht: nach Metropole, nach aufregendem Nachtleben und Moderne. In New York, Berlin und Sydney hat man das längst verstanden. Nun plant auch London, es diesen Städten gleichzutun und am Wochenende die Tube durchfahren zu lassen. Bislang macht diese zwischen 0.30 und 6 Uhr Pause. Am Freitag- und Samstagabend sollen nun bald auf fünf Linien im Zehnminutentakt die Züge rollen (um welche es sich handelt, steht im Night-Tube-Plan). Eine Ausweitung auf weitere Strecken und die London Overground ist denkbar.

Für Londons Nachtschwärmer ist das eine gute Nachricht. Wenn sie in Zukunft weit nach Mitternacht vor die Pubtür stolpern, werden sie weder Nachtbus noch Taxi noch Uber für die Fahrt nach Hause bemühen müssen. Doch es ist nicht etwa dieser Serviceaspekt, der die Verkehrsgesellschaft Transport for London (TFL) sich für die Night Tube entscheiden ließ. Vielmehr will sie die Wirtschaft stärken.

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Entwickeln, Miteinander

Nachts schlafen die Städte nicht

Am Brüsseler Platz ist es am schönsten, wenn man woanders wohnt. Dann kann man dort im Sommer draußen sitzen, günstiges Bier aus dem Supermarkt trinken und sich darüber freuen, dass man in Köln auch einen netten Abend verbringen kann, ohne dafür Eintritt oder astronomische Cocktailpreise zu bezahlen.

Für Anwohner sieht das ein bisschen anders aus. Erst können diese vor lauter Lärm nicht schlafen, später müssen sie sich auf dem Weg zur Arbeit durch eine fiese Mischung aus Glasscherben, Burgerresten und Urin schlagen.

Wir haben ein Recht auf Ruhe, meinen die Einen. Wir haben ein Recht auf öffentlichen Raum, meinen die Anderen. Um die Lage zu beruhigen, hat die Politik viel Geld in ein Mediationsverfahren gesteckt, ein Alkoholverbot diskutiert und die Straßenlaternen früher abgeschaltet, um eine Aufbruchsstimmung zu verbreiten. Ein Platz im unbewohnten Grüngürtel in der Nähe wurde als alternativer Treffpunkt angepriesen, während das Stadtmarketing durch Verschweigen des Brüsseler Platzes wenigstens die Touristen fernzuhalten versuchte. Doch gefruchtet hat keiner dieser Ansätze. Das ist typisch.

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