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Die schönsten Ufer-Promenaden Europas

Eines muss man europäischen Städten lassen: Ihre Flussufer wissen sie einfach zu nutzen.

Saarbrücken zum Beispiel. Da kann man sich ruhig mal ein ganzes Youtube-Video zu anschauen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie schön es am Ufer der Saar ist:

Auch in Riga hat man das Potential des Düna-Ufers als Schnellstraße erkannt. So wird nicht nur sichergestellt, dass Autofahrer mit bester Aussicht reisen, sondern auch, dass Fußgänger die rechts zu erkennende Promenade in angemessener Geräuschkulisse bewandern. Sollte ihnen das aus unerklärlichen Gründen auf die Nerven fallen und sie den Fußweg daher verlassen wollen, führt der Ausweg im Stil eines Jump-and-Run-Spiels über Leitplanken, denn Fußgänger-Über- oder Unterführungen über die Straße sind nicht vorgesehen:

Riga

Vielleicht ist dies der Grund, warum das Warschauer Weichsel-Ufer die Autos und Fußgänger gleich anders herum sortiert. Der Blick aus dem Park auf den Fluss wird so durch eine unermüdlichen Stahlkarossen-Parade bereichert:

Warschau

Ein Erfolgskonzept, das auch an der berühmten Brühlschen Terrasse in Dresden Anwendung findet. Schließlich kommt die außergewöhnliche Schönheit von Elbe und Architektur nur im Kontrast zu grünstichigen Kleinwagen richtig zur Geltung:

Dresden

Dahinter will auch Sarajevo nicht zurückstehen, wo das komplette innerstädtische Ufer der Milkacja nicht nur mit einer Hauptstraße bedacht, sondern vorsichtshalber auch gleich eingemauert wurde. Was der Aufenthaltsqualität und Beliebtheit als Fotomotiv nur zuträglich ist, wie das Bild beweist:

Sarajevo

Woraus wir lernen: „Ufer zu Schnellstraßen“ ist einfach ein europäisches Erfolgskonzept! Mit dem einige Städte aber dennoch brechen wollen. Seit Jahren liebäugeln etwa die Saarbrücker mit der Idee, ihre Stadtautobahn in einem Tunnel zu versenken. In Warschau hat man genau das bereits vor über zehn Jahren umgesetzt, als südlich der Altstadt auf knapp einem Kilometer die Uferstraße in einem Tunnel verstaut und mit Park überdacht wurde. Der weitaus größere Teil der Straße genießt aber weiterhin schönsten Weichselblick, und auch in Saarbrücken liegt das Projekt aus Kostengründen vorerst auf Eis. 

Zum Glück. Denn wirklich schön ist so ein Flussufer doch nur, wenn man es, das Rauschen einer Hauptstraße im Ohr, den Duft frischer Auspuffgase in der Nase, durch ein Autofenster betrachtet.

Fotos: jw

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