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Wohnen

Entwickeln, Wohnen

Zwischen Räumen

Um den Seitenstreifen einer Ausfallstraße als einen guten Ort für den Neubau von Wohnungen ins Auge zu fassen, müssen einem wirklich alle Alternativen ausgegangen sein.

„Erst hat man Industriebrachen umgenutzt. Dann kamen Kasernen, dann Baulücken. Aber irgendwann ist auch das erschöpft.“ erklärt Philipp Dechow. Der Architekt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeitet an einem Forschungsprojekt, das dort nach freien Flächen sucht, wo die letzte Brache erschlossen scheint. Was dann noch bleibt, nennen die Experten „Urban Voids“. Sie sind die letzte Hoffnung für eine Stadt, deren Bevölkerung wächst, während sie sich selbst nicht weiter ins Umland ausdehnen soll.

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Entwickeln, Wohnen

Es ist noch Platz für neue Wohnungen da

Was tun, wenn immer mehr Menschen in Städte ziehen und die Mieten darüber ins Unendliche steigen? Neue Wohnungen bauen! Doch wo soll man die noch unterbringen, nachdem die letzte Baulücke geschlossen wurde und keine Fabrik mehr in Lofts umgewandelt werden kann?

Fünf findige Beispiele aus Berlin. 

 

(1) Supermarktdächer

Wo Menschen wohnen, darf das Essen nicht weit sein. Seit das Jagen und Sammeln in Städten eingestellt wurde, ist dafür ein Besuch im Supermarkt vonnöten. Leider hat es sich in der Vergangenheit durchgesetzt, dass diese als unschöne Einstockbunker daherkommen. An der Bornholmer Straße in Berlin Prenzlauer Berg fanden die Lokalpolitiker das eine Platzverschwendung und koppelten die Baugenehmigung für einen neu zu bauenden Lidl an die Auflage, dass auf dessen Dach Wohnraum entsteht. Das Ergebnis ist im Bild oben zu bewundern.

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Entwickeln, Kaufen, Mieten, Wohnen

Das Kreuz des Königs

In King’s Cross ist alles umsonst. Man möchte die Ausstellung im Besucherzentrum ansehen? Spontan an der Führung teilnehmen? Ein paar der hübschen Postkarten mitnehmen? Gleich zwei der dicken Hochglanzbroschüren? Alles kein Problem! Geld spielt hier keine Rolle! Zumindest, wenn es darum geht, interessierte Besucher von der Großartigkeit dieses Projektes zu überzeugen, das in seiner Dimension sogar für das gerade massiv wachsende London einmalig ist.

Über 150 Jahre ist es her, dass am damaligen nördlichen Stadtrand im Zuge der Industrialisierung zwei Bahnhöfe entstanden: St. Pancras und King’s Cross – eine Statue König George des IV., die eine Zeitlang an einer örtlichen Straßenkreuzung stand, gab dem gesamten Areal seinen Namen. (Einen Stadtplan aus der Zeit findet man hier.)

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Mieten, Vergangen, Wohnen

Wohnen auf der Autobahn

Dort drüben, gleich hinter der Autobahnauffahrt, hat sich eine sehr große Echse zur Ruhe gelegt. Wie ein Gebirge ragen ihre Zacken in den Himmel, während aus ihrem Bauch ohne Unterlass Autos herausrollen.

So sollte sie aussehen, die Zukunft des Wohnungsbaus, dachten sich Ende der 1970er Jahre die Architekten Gerhard Heinrichs sowie Gerhard und Klaus Krebs, als sie die Wohnsiedlung Schlangenbader Straße im Berliner Ortsteil Wilmersdorf konzipierten. Damals stand das räumlich begrenzte West-Berlin vor zwei Herausforderungen: Es fehlte an Wohnraum, und zudem wollte man die Stadt mit einem Netz an Autobahnen durchziehen. Beides zu kombinieren erschien die optimale Lösung.

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Mieten, Vergangen, Wohnen

Mietwunder Wien

50 Quadratmeter, zentrale Lage, 230 Euro Miete – und das in einer europäischen Hauptstadt, die beständig wächst und laut Prognose in fünfzehn Jahren über 200.000 Einwohner dazugewinnen soll.

Es klingt wie ein kleines Wunder, das der Bayerische Rundfunk für seine Sendung „Jetzt mal ehrlich“ ausgegraben hat, die sich dem Problem steigender Mieten widmete und gestern Abend im Fernsehen lief (hier kann man sie online nachschauen). Doch Wien scheint tatsächlich für Mieter ein gutes Pflaster zu sein: Um gerade einmal vier Prozent sind in den vergangenen vier Jahren laut Immobilienscout24 die Angebotsmieten dort gestiegen. In München kommt man im gleichen Zeitraum auf 19, in Berlin sogar auf 25 Prozent.

Wie Wien das macht? Ganz einfach: Es darf sich bei seinen Politikern von 1918 bedanken.

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