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Vergangen

Mieten, Vergangen, Wohnen

Wohnen auf der Autobahn

Dort drüben, gleich hinter der Autobahnauffahrt, hat sich eine sehr große Echse zur Ruhe gelegt. Wie ein Gebirge ragen ihre Zacken in den Himmel, während aus ihrem Bauch ohne Unterlass Autos herausrollen.

So sollte sie aussehen, die Zukunft des Wohnungsbaus, dachten sich Ende der 1970er Jahre die Architekten Gerhard Heinrichs sowie Gerhard und Klaus Krebs, als sie die Wohnsiedlung Schlangenbader Straße im Berliner Ortsteil Wilmersdorf konzipierten. Damals stand das räumlich begrenzte West-Berlin vor zwei Herausforderungen: Es fehlte an Wohnraum, und zudem wollte man die Stadt mit einem Netz an Autobahnen durchziehen. Beides zu kombinieren erschien die optimale Lösung.

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Fahren, Vergangen

Die Erfindung des Stadtverkehrs

Wien 1814. Dort, wo heute die berühmte Ringstraße verläuft, befindet sich die Stadtmauer. Innen liegt das Zentrum mit Hofburg und Stephansdom, draußen die Vorstadt. Statt den heutigen 1,7 Millionen zählt die Stadt gerade einmal 250.000 Einwohner und ist damit hinter London und Paris doch die drittgrößte Europas.

Zwei Mal hat Napoleon sie in den vergangenen Jahren eingenommen, bevor der Siegeszug seiner Truppen 1813 bei Leipzig endete. Ein Jahr später tagen in Wien die europäischen Machthaber, um das politische Gefüge des Kontinents neu zu ordnen. Restauration lautet das Wort, an das man sich in diesem Zusammenhang aus dem Geschichtsunterricht erinnert. Doch Wien war damals nicht nur der Ort, an dem Fürsten und Kaiser sich noch einmal ihrer Macht versicherten. Erstmals musste eine Stadt angesichts der Vielzahl von Besuchern erleben, was Verkehrschaos bedeutet, und lernen, wie man es bändigt.

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Mieten, Vergangen, Wohnen

Mietwunder Wien

50 Quadratmeter, zentrale Lage, 230 Euro Miete – und das in einer europäischen Hauptstadt, die beständig wächst und laut Prognose in fünfzehn Jahren über 200.000 Einwohner dazugewinnen soll.

Es klingt wie ein kleines Wunder, das der Bayerische Rundfunk für seine Sendung „Jetzt mal ehrlich“ ausgegraben hat, die sich dem Problem steigender Mieten widmete und gestern Abend im Fernsehen lief (hier kann man sie online nachschauen). Doch Wien scheint tatsächlich für Mieter ein gutes Pflaster zu sein: Um gerade einmal vier Prozent sind in den vergangenen vier Jahren laut Immobilienscout24 die Angebotsmieten dort gestiegen. In München kommt man im gleichen Zeitraum auf 19, in Berlin sogar auf 25 Prozent.

Wie Wien das macht? Ganz einfach: Es darf sich bei seinen Politikern von 1918 bedanken.

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