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Warschaus Mini-Zebras

Ab wie vielen Streifen gilt es eigentlich als Zebra? Ich frage für die oben stehenden Exemplare; in freier Wildbahn in Warschau zu bewundern.

Wenn sich ein Radweg quer über den Bürgersteig zieht, kommen sich Fußgänger und Radler zwangsläufig in die Quere. In der polnischen Hauptstadt bemüht man sich, unbedachtes In-die-Speichen-Laufen mit Mini-Zebrastreifen vorzubeugen. Anzutreffen sind diese überall dort, wo regelmäßig Fußwege die Radspur kreuzen – vor Hauseingängen, Ampeln oder U-Bahn-Ausgängen.

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Warum nachts U-Bahn zu fahren die Wirtschaft fördert

Nachtbus. Das Wort klingt nach halbstündigen Wartezeiten bei 18 Grad minus. Nach dem ungewollten Nebeneinander von Menschen, die schon, und Menschen, die immer noch wach sind. Nach Übermüdeten, die an Scheiben schlafen, denn diese Reise dauert länger, als jede Reise dauern sollte.

Nur nach etwas klingt es nicht: nach Metropole, nach aufregendem Nachtleben und Moderne. In New York, Berlin und Sydney hat man das längst verstanden. Nun plant auch London, es diesen Städten gleichzutun und am Wochenende die Tube durchfahren zu lassen. Bislang macht diese zwischen 0.30 und 6 Uhr Pause. Am Freitag- und Samstagabend sollen nun bald auf fünf Linien im Zehnminutentakt die Züge rollen (um welche es sich handelt, steht im Night-Tube-Plan). Eine Ausweitung auf weitere Strecken und die London Overground ist denkbar.

Für Londons Nachtschwärmer ist das eine gute Nachricht. Wenn sie in Zukunft weit nach Mitternacht vor die Pubtür stolpern, werden sie weder Nachtbus noch Taxi noch Uber für die Fahrt nach Hause bemühen müssen. Doch es ist nicht etwa dieser Serviceaspekt, der die Verkehrsgesellschaft Transport for London (TFL) sich für die Night Tube entscheiden ließ. Vielmehr will sie die Wirtschaft stärken.

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Mehr Platz, mehr Sicherheit

Manchmal kostet mehr Verkehrssicherheit nur ein paar Liter Farbe und ein wenig Mut. Als Beispiel dafür steht seit ein paar Wochen der Moritzplatz – ein großer Kreisverkehr mit vier Ausfahrten im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Zwischen 2012 und 2014 kam es dort zu fast 160 Unfällen. An jedem zweiten war ein Fahrradfahrer beteiligt. Dabei machen diese nur 20 Prozent der Verkehrsteilnehmer aus, die den Platz täglich passieren.

Radfahren im Kreisverkehr ist nicht nur in Kreuzberg eine unangenehme Sache – vor allem, wenn dieser zweispurig befahren wird. Rechts halten? Mittig fahren? Und wer hat eigentlich Vorfahrt? Wer ein wenig im Netz stöbert, findet Anleitungen und rege Debatten, was nun die richtige Taktik für die Querung im Kreis sein soll. Als Hauptproblem zeigt sich dabei, dass der Straßenraum derzeit den Autos gehört und die Radfahrer dort wie geduldete Gäste agieren. Doch das muss nicht so bleiben, wie der Moritzplatz zeigt.

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Vom Park- zum Sitzplatz

Kaum sind die Temperaturen so weit, dass man sich ohne Schneeanzug nach draußen setzen kann, dann wird das so gemacht. Doch je wärmer es wird, desto voller wird es auf den Bürgersteigen vor Cafés und Bars. Wer einen Kinderwagen dabei hat oder ein Fahrrad schiebt, für den ist schnell kein Durchkommen mehr. Genervte Mitarbeiter des Ordnungsamtes markieren mit Farbe, wie weit die Gastronomie sich ausdehnen darf. Noch genervtere Besucher schieben ihre Stühle immer wieder über die Linie.

In Warschau ist man auf eine verrückte Idee gekommen, um Abhilfe zu schaffen: Der Platz wird nur zum Teil den Fußgängern abgeknapst, dafür müssen die Autoparker weichen. Meist sind es, so meine Beobachtung, nur zwei Längsparkplätze, die den Gastronomien zur Verfügung gestellt werden, um von diesen zu kleinen Terrassen umgebaut zu werden. Dort haben dann aber locker 15 Menschen Platz, um draußen zu sitzen und Kaffee oder Bier zu trinken.

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Die Erfindung des Stadtverkehrs

Wien 1814. Dort, wo heute die berühmte Ringstraße verläuft, befindet sich die Stadtmauer. Innen liegt das Zentrum mit Hofburg und Stephansdom, draußen die Vorstadt. Statt den heutigen 1,7 Millionen zählt die Stadt gerade einmal 250.000 Einwohner und ist damit hinter London und Paris doch die drittgrößte Europas.

Zwei Mal hat Napoleon sie in den vergangenen Jahren eingenommen, bevor der Siegeszug seiner Truppen 1813 bei Leipzig endete. Ein Jahr später tagen in Wien die europäischen Machthaber, um das politische Gefüge des Kontinents neu zu ordnen. Restauration lautet das Wort, an das man sich in diesem Zusammenhang aus dem Geschichtsunterricht erinnert. Doch Wien war damals nicht nur der Ort, an dem Fürsten und Kaiser sich noch einmal ihrer Macht versicherten. Erstmals musste eine Stadt angesichts der Vielzahl von Besuchern erleben, was Verkehrschaos bedeutet, und lernen, wie man es bändigt.

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