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Entwickeln, Miteinander

Stadt-nach-acht-Konferenz: Nachtbar, Nachbar und der Segen eines fehlenden Kreuzfahrt-Hafens

Der Mann mit dem unübersehbaren Zylinder saß natürlich in der ersten Reihe. Das Programm war bis zur Mittagspause nur als Mundpropaganda verfügbar. Und die Moderatoren begrüßten die Besucher schon morgens mit „Schönen Abend“, was aber gut mit der Abwesenheit von Tageslicht in den schwarz gestrichenen Räumen korrespondierte.

Nein, eine der üblichen Konferenzen war die „Stadt nach acht“ nicht, die in der vergangenen Woche in den zwei Berliner Clubs „Musik und Frieden“ und „Watergate“ gastierte. Aber es ging ja auch ums Nachtleben und die Herausforderungen, die dieses beispielsweise für die Stadtentwicklung mit sich bringt, und das ist halt etwas anderes als der Branchentreff Versicherungsvertreter mit der Podiumsdiskussion „Quo vadis Feuer, Wasser, Sturm?“

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Stockholm Royal Seaport: Vom Industriehafen zum Öko-Wohngebiet

Ausfallstraßen, die in Ausfallstraßen münden, über die Ausfallstraßen führen. Ein maximal gut verstecktes Neubauviertel. Und eine Baustelle niedlichen Ausmaßes. So hatte ich mir eines der größten städtischen Entwicklungsprojekte Europas eigentlich nicht vorgestellt. Aber die Stockholmer habe ja noch 14 Jahre Zeit, bis ihr Royal Seaport, überall gefeiert als das Modell für nachhaltige Stadtentwicklung, fertiggestellt sein soll.

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Entwickeln, Pflanzen

Warum sich mit dem Klimawandel auch die Städte ändern müssen

Klimawandel? War das nicht etwas, über das sich die Anwohner von Polkappen und Gletschern Gedanken machen müssen? Oder Menschen auf entfernten, vom steigenden Ozean gefährdeten Inselatollen?

Ähm: Nein. Denn entgegen mancher Großstädtermeinung sind die Städte – ja, auch die in den gemäßigten Breiten – nicht von der Natur abgekoppelt. Auch in Berlin, Hamburg oder München bekommen wir die Folgen des Klimawandels zu spüren. Nur halt nicht in Form von bröckelnden Gletschern, sondern so:

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Entwickeln, Miteinander

Für mehr Bürgerbeteiligung bitte hier klicken

Na, heute schon die Zähne geputzt? Gemüse gegessen? Bürgerbeteiligt?

Wenn es nach den Machern der Online-Plattform Civocracy geht, sollen wir Letzteres bald mit der gleichen Selbstverständlichkeit bejahen wie die Frage nach der Mundhygiene und der Vitaminzufuhr. Denn so wie ein gesunder Körper darauf angewiesen ist, dass man ihn hegt und pflegt, braucht auch eine gesunde Demokratie etwas mehr Aufmerksamkeit als nur alle paar Jahre zur Wahl.

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Entwickeln, Fahren

Warum Londons Super-Fahrrad-Autobahnen bislang nicht so super sind

Radwege? Pfff! Andere Städte mögen sich mit so etwas zufrieden geben. Doch in London machen es die Radler nicht unter einem Cycling Superhighway. Als Metropole von Welt hat man schließlich einen Ruf zu verteidigen.

Vor über einem Jahr wurde an dieser Stelle schon einmal über das Londoner Großprojekt berichtet, das die Stadt mit bis zu zwölf Radel-Superautobahnen in Form von extra abgetrennten Fahrbahnen durchziehen soll.

Die gute Nachricht: Die ersten Strecken sind mittlerweile fertig, und bei Twitter stapeln sich Fotos wie dieses:

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Entwickeln

Warum München Parks auf Parkhäusern und Schlittenberge im Freibad braucht

Für die einen ist es eine günstige Alternative zum Fitnessstudio. Für die anderen die innovative Lösung für das Platzproblem einer Stadt, in der immer mehr Menschen wohnen wollen: Sport unter der Bahnunterführung (s. oben). Wetterfest. Öffentlich zugänglich. Und als Fläche bislang völlig unterschätzt.

Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Gruppe Architekten, die im Auftrag des Münchner Referats für Stadtplanung und Bauordnung untersucht hat, wo es in der Stadt noch freie Flächen zu erschließen gibt. Diese sollen einmal nicht für dringend benötigte neuen Wohnungen genutzt werden, sondern ausdrücklich nicht bebaut werden. „Freiraum 2030“ heißt das Projekt, dessen Ergebnisse als Studie vorliegen und noch bis März als Ausstellung in der Rathausgalerie am Marienplatz zu sehen sind.

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Entwickeln, Wohnen

Zwischen Räumen

Um den Seitenstreifen einer Ausfallstraße als einen guten Ort für den Neubau von Wohnungen ins Auge zu fassen, müssen einem wirklich alle Alternativen ausgegangen sein.

„Erst hat man Industriebrachen umgenutzt. Dann kamen Kasernen, dann Baulücken. Aber irgendwann ist auch das erschöpft.“ erklärt Philipp Dechow. Der Architekt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeitet an einem Forschungsprojekt, das dort nach freien Flächen sucht, wo die letzte Brache erschlossen scheint. Was dann noch bleibt, nennen die Experten „Urban Voids“. Sie sind die letzte Hoffnung für eine Stadt, deren Bevölkerung wächst, während sie sich selbst nicht weiter ins Umland ausdehnen soll.

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Entwickeln, Wohnen

Es ist noch Platz für neue Wohnungen da

Was tun, wenn immer mehr Menschen in Städte ziehen und die Mieten darüber ins Unendliche steigen? Neue Wohnungen bauen! Doch wo soll man die noch unterbringen, nachdem die letzte Baulücke geschlossen wurde und keine Fabrik mehr in Lofts umgewandelt werden kann?

Fünf findige Beispiele aus Berlin. 

 

(1) Supermarktdächer

Wo Menschen wohnen, darf das Essen nicht weit sein. Seit das Jagen und Sammeln in Städten eingestellt wurde, ist dafür ein Besuch im Supermarkt vonnöten. Leider hat es sich in der Vergangenheit durchgesetzt, dass diese als unschöne Einstockbunker daherkommen. An der Bornholmer Straße in Berlin Prenzlauer Berg fanden die Lokalpolitiker das eine Platzverschwendung und koppelten die Baugenehmigung für einen neu zu bauenden Lidl an die Auflage, dass auf dessen Dach Wohnraum entsteht. Das Ergebnis ist im Bild oben zu bewundern.

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Entwickeln, Fahren

Warum nachts U-Bahn zu fahren die Wirtschaft fördert

Nachtbus. Das Wort klingt nach halbstündigen Wartezeiten bei 18 Grad minus. Nach dem ungewollten Nebeneinander von Menschen, die schon, und Menschen, die immer noch wach sind. Nach Übermüdeten, die an Scheiben schlafen, denn diese Reise dauert länger, als jede Reise dauern sollte.

Nur nach etwas klingt es nicht: nach Metropole, nach aufregendem Nachtleben und Moderne. In New York, Berlin und Sydney hat man das längst verstanden. Nun plant auch London, es diesen Städten gleichzutun und am Wochenende die Tube durchfahren zu lassen. Bislang macht diese zwischen 0.30 und 6 Uhr Pause. Am Freitag- und Samstagabend sollen nun bald auf fünf Linien im Zehnminutentakt die Züge rollen (um welche es sich handelt, steht im Night-Tube-Plan). Eine Ausweitung auf weitere Strecken und die London Overground ist denkbar.

Für Londons Nachtschwärmer ist das eine gute Nachricht. Wenn sie in Zukunft weit nach Mitternacht vor die Pubtür stolpern, werden sie weder Nachtbus noch Taxi noch Uber für die Fahrt nach Hause bemühen müssen. Doch es ist nicht etwa dieser Serviceaspekt, der die Verkehrsgesellschaft Transport for London (TFL) sich für die Night Tube entscheiden ließ. Vielmehr will sie die Wirtschaft stärken.

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Entwickeln, Fahren

Mehr Platz, mehr Sicherheit

Manchmal kostet mehr Verkehrssicherheit nur ein paar Liter Farbe und ein wenig Mut. Als Beispiel dafür steht seit ein paar Wochen der Moritzplatz – ein großer Kreisverkehr mit vier Ausfahrten im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Zwischen 2012 und 2014 kam es dort zu fast 160 Unfällen. An jedem zweiten war ein Fahrradfahrer beteiligt. Dabei machen diese nur 20 Prozent der Verkehrsteilnehmer aus, die den Platz täglich passieren.

Radfahren im Kreisverkehr ist nicht nur in Kreuzberg eine unangenehme Sache – vor allem, wenn dieser zweispurig befahren wird. Rechts halten? Mittig fahren? Und wer hat eigentlich Vorfahrt? Wer ein wenig im Netz stöbert, findet Anleitungen und rege Debatten, was nun die richtige Taktik für die Querung im Kreis sein soll. Als Hauptproblem zeigt sich dabei, dass der Straßenraum derzeit den Autos gehört und die Radfahrer dort wie geduldete Gäste agieren. Doch das muss nicht so bleiben, wie der Moritzplatz zeigt.

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